Minutiae. Archiv
Bilder * Texte * Gedanken

     

Johann Karl Wezel 

 

Kupferstich von Christian Gottlieb Geyser

 Johann Karl Wezel. Eine Biographie

Inhalt

  • Das "sonderbare Meteor an unserm litterarischen Lufthimmel" - Wer war Wezel?
  • Kindheit, Jugend und Studium (1749-1769) - "Ingenium exprimit arte"
  • Erster literarischer Erfolg (1769-1778) - "mit der Zeit ein lesbarer Schriftsteller werden?"
  • Zeitschriftenbeiträge (1778-1780) - "Als Schriftsteller arbeitet er leicht und gut"
  • Auf dem Scheitelpunkt des Ruhms (1780/1781) - der Dichter als "Mann von Genie"
  • Krisen und Kontroversen (1781-1785) - nur ein "Alltagsschriftsteller"?
  • Rückkehr nach Sondershausen (1786-1819) - Tod eines Autors
  • Wirkung - Musterbild des Menschenhasses oder Klassiker der Spätaufklärung?


 

Bekenntnisse eines glücklichen Skeptikers.
Ein Johann Karl Wezel Lesebuch. 
Heidelberg 2019

Inhalt:

Warum Wezel lesen? Vorwort

Wezels Leben: "Immer ein Fremder in der Welt"

Wezels Werke: "Als Schriftsteller schreibt er leicht und gut"

Wezels Ansichten: Ein Interview mit dem Autor über Menschenkenntnis, Liebe und Ehe, Kinder und Erziehung, Politik und Wissenschaft und den ganzen Rest

Porträt eines Autors: "Die Schulburschen müssen seinen Namen in der Schule lernen"

Menschenkenntnis: "Oh Unwissenheit, einzige Mutter der Glückseligkeit"

Ehe und Liebe: "Die Liebe ist ein vortrefflicher Zeitvertreib, aber eine sehr langweilige Beschäftigung"

Frauen und Männer: "Es ist nicht zu leugnen, die Natur teilte die Rollen des Lebens unter die beiden Geschlechter sehr stiefmütterlich aus"

Kinder und Erziehung: "Die Natur zeugte nie einen Bösewicht"

Philosophie: "Ein glücklicher Skeptizismus"

Politik und Wirtschaft: "Keine Illusion ist glücklicher als die Illusion der Freiheit"

Wissenschaften: "Hinweg mit Euch, ihr sogenannten Weisen!"

Menschliches, Allzumenschliches: "Nie reifen mehr Melonen"

Verzeichnis der Quellen, Literaturhinweise

Rezension in der FAZ vom 26.1.2019

rezension_FAZ.pdf [566.5 KB]



Publikationen

Erzählen statt Klassifizieren. Wezels Theorie der Empfindungen in seinem Versuch über die Kenntniß des Menschen im Kontext zeitgenössischer Affektenlehren. In: Alexander Košenina/Christoph Weiß (Hg.): Johann Karl Wezel (1747-1819). St. Ingbert 1997, S. 237-257.

Warum Wezel? In: Irene Boose (Hg.): Warum Wezel? zum 250. Geburtstag eines Aufklärers. Heidelberg 1997, S. 9-15.

Wezel und die Frauen. Prototypen feministischer Argumentationsstrukturen im späten 18. Jahrhundert? Wezel-Jahrbuch 4 (2001), S. 120-141.

»Das ganze geheime Triebwerk seiner Kunst« – Zur Aktualität Johann Karl Wezels. In: Wezel-Jahrbuch 5 (2002), S. 9-24.

»Das ganze Leben ist ein Spiel« – Wezels ›Kakerlak‹ als Antwort auf ›Belphegor‹. In: Wezel-Jahrbuch 6 (2003/2004), S. 215-234.

Wezel und Schiller. Eine (Nicht-)Parallelbiographie. Ein Beitrag von vielen Beiträgen zum Schiller-Jahr. In: Wezel-Jahrbuch 8 (2005), S. 188-205.

Von der Satire zur Beobachtungsgeschichte – kleine Prosaformen im Werk Johann Karl Wezels. In: Alexander Košenina/Carsten Zelle (Hg.): Kleine anthropologische Prosaformen der Goethezeit (1750–1830). Hannover 2011, S. 101-116.

Radikalsatire. Swift, Voltaire, Wezel. In: Wezel-Jahrbuch 16/17 (2021), S. 15-32.

Wezel und Goethe. Eine (Nicht-)Parallelbiographie. In: Wezel-Jahrbuch 16/17 (2021), S. 179-202.


Links: 

Wezel-Texte digital:

https://de.wikisource.org/wiki/Johann_Karl_Wezel 
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/entity/118632108
http://gutenberg.spiegel.de/autor/johann-karl-wezel-637

Bibliographie (bis 2009):

Dateidownload
Hier ist Platz für eine Beschreibung


Johann-Karl-Wezel-Gesellschaft Sondershausen e.V.
Am Schlosspark 19, 99706 Sondershausen
email-Adresse: wezelgesellschaf@web.de 

Wezel-Jahrbuch
Wehrhahn-Verlag Göttingen
Inhaltsverzeichnisse der aktuellen Bände 


Jenaer Ausgabe der Werke Johann Karl Wezels 
8 Bde., Mattes Verlag Heidelberg

Die erste Wezel-Gesamtausgabe »Jenaer Ausgabe in acht Bänden« wird in acht Bänden Wezels gesamtes schriftstellerisches Werk (Romane, Erzählungen, Dramen, Gedichte, pädagogische und philosophische Schriften) und die zeitgenössischen Zeugnisse über ihn versammeln. Ausführliche Überblicks- und Stellenkommentare begleiten die einzelnen Bände und ermöglichen ein Verständnis Wezels im Kontext seiner Epoche.

 Gesamtausgabe / Editionsplan (Band 1–8)

Band1: Tobias Knaut / Belphegor

Band 2.1: Peter Marks / Satirische Erzählungen / Die wilde Betty 

Band 2.2: Robinson Krusoe 

Band 3: Herrmann und Ulrike

Band 4: Wilhelmine Arend / Kakerlak / Prinz Edmund / Kleine Schriften und Gedichte

Band 5: Filibert und Theodosia / Der Graf von Wickham / Lustspiele

Band 6: Epistel an die deutschen Dichter / Appellation der Vokalen / Über Sprache, Wissenschaften und Geschmack
der Teutschen / Schriften der Platner-Wezel-Kontroverse / Tros rutulusve fuit, nullo discrimine habetur

Band  7: Versuch über die Kenntniß des Menschen / Rezensionen / Schriften zur Pädagogik

Band 8: Briefe von und an Wezel / Dokumente, Lebenszeugnisse / Wezel-Gesamtbibliographie / Register über Bd. 1–8: Namen- und Sachregister, Register der Werke Wezels  


Zum 200jährigen Todestag von Johann Karl Wezel:

Radio-Feature von Wolfgang Hörner,
nachzuhören als Podcast unter:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/johann-karl-wezels-vergeblicher-versuch-vergessen-zu-werden.976.de.html?dram:article_id=458683

Johann Karl Wezel, geboren 1747, hat ein Problem. Wie jeder zu Lebzeiten berühmte Mensch befindet er sich seit seinem Tode 1819 im Reiche der ruhmvollen Unsterblichkeit. Was in den Ohren Ahnungsloser wunderbar klingt, ist für die Betroffenen nach Jahrhunderten des Vor-Sich-Hin-Berühmtseins vor allem eines: (un)sterbenslangweilig. Und so will Wezel wie alle anderen auch irgendwie da raus, und zwar so schnell wie möglich. Seine Chance: Nach reichlich Jubliäumsjahren ist die Revision der Unsterblichkeitsverbannung möglich. Freilich muss der des Lorbeers müde Antragsteller gerichtsfest nachweisen, dass seine Spuren auf Erden sich mittlerweile gänzlich verflüchtigt haben. Schlechte Aussichten für Wezel! Denn er wird immer wieder begeistert entdeckt und ist längst als zu Unrecht vergessenes Genie institutionalisiert, ja, von manchen als Apologet des „Welt=, Gott= und Menschenhassses“ (Arno Schmidt) hochgeschätzt. Wezels unvergleichlich bösartige, komische und hocheigenwillige Schriften und Romane gelten als unvermindert bahnbrechend. Dazu klingt die bizarre Biographie dieses teilgenialen Schreckensmanns mitsamt seines hölderlinartigen Endes wie von Hollywoods besten Drehbuchautoren im Drogenrausch erfunden. Aber Wezel, der Unsterblichkeit unendlich überdrüssig, gibt nicht auf: Er will nachweisen, dass sein Ruhm vor allem auf Entstellungen, Übertreibungen und Missverständnissen beruht. Statt seiner – so sein Revisionsantrag – sollen hinfort seine Verleumder sitzen: Zeitgenossen , die ihn verehrten, diverse Germanisten, die ihre Karriere auf ihm aufbauten, die nimmer endende Schar der Herausgeber seiner Werke und vor allem ein gewisser Arno Schmidt, den Wezel voller Inbrunst hasst. Vor Gericht entbrennt ein erbitterter Streit um Wezels Bücher ‚Belphegor‘, ‚Hermann und Ulrike‘, ‚Wilhelmine Arend oder Die Gefahren der Empfindsamkeit‘ sowie ‚Meine Auferstehung‘ – und um Begriffe wie Ruhm, Ehre und Unsterblichkeit. Darf Johann Karl Wezel, gerade von der ‚Anderen Bibliothek‘ wiederentdeckt, dahin gehen, wo er hinzugehen wünscht?

Frische Eindrücke aus Sondershausen von einer begeisterten Wezel-Leserin

https://anne-riebel.jimdofree.com/2021/09/04/mein-dichter-des-jahres-2021-auf-spurensuche-in-sondershausen/

 Home